Selbstbau einer
Feldmühle:
Inspiriert von diversen
Gewitter-Seiten kommt man zwangsläufig auf das Messgerät
"Feldmühle". Im
Internet finden sich 2 hervorragende Quellen dazu. Hieraus habe ich
auch für meine Feldmühle alle
Informationen entnommen. Deswegen möchte ich an dieser Stelle
zuerst auf
die hervorragende Seite von Stefan Kneifel DH1STF verweisen :
http://www.qsl.net/dh1stf/
Ebenfalls beschäftigt haben sich Harald und Richard von "hcrs" aus
Österreich mit der Feldmühle:
http://www.hcrs.at/FELDMU.HTM
Da aber jede Feldmühle im Selbstbau ein Unikat ist, möchte
ich als Anregung mal meine
Bauart vorstellen.
Aufbau Messplatten:
Zuerst benötigt man eine runde
Platine mit den entsprechenden Fräsungen für
die Messplatten. Ich habe hier einfach doppelseitig kaschiertes
Platinenmaterial genommen und
mit einem Fräser von Hand die Muster reingefräst.

Auf der Rückseite werden die jeweils 2 gegenüberliegenden
Messplatten miteinander mit
geschirmten Leitungen verbunden. Zur späteren Auswertung der
Stellung des Rotors wird noch
eine Infrarot-LED aus einer Lichtschranke eingebaut:

Für das Abdecken der Messplatten
habe ich ein Kupfer-Plättchen ausgesägt. Dieses wird
nachher oben auf die Motorwelle aufgeschraubt:

Aufbau Motor:
Als nächtes benötigt man
einen Motor aus z.b. einem Kassettenlaufwerk. Da ich die Welle nicht
verlängern wollte hab ich mich für das Löten und damit
für einen Motor mit Messingwelle
entschieden. Zur Unterbrechung der Lichtschranke habe ich einfach
Weissblech
ausgeschnitten und unten an das Messingteil gelötet:

Als nächstes muss eine Befestigung für unseren Rotor
angebracht werden. Hier
war die simpelste Lösung das zentrische Auflöten einer
Messingmutter:

Als Gegenstück für die Lichschranke wird noch eine Platine
mit einem
Fototransistor (ebenfalls aus einer Lichtschranke) aufgelötet:

Die Platte wird dann auf der Rückseite einfach hart mit dem
Motorgehäuse
verlötet und fertig ...

Aufbau Elektronik:
Die Schaltung habe ich Quick and Dirty auf
Lochraster aufgebaut. Die Vorlage lieferte die "hcrs" Seite.
Ohne weitere Veränderungen ...


Für die Stromversorgung werden 2 Spannungen benötigt. Da bei
mir in der Bastelkiste
noch ein DC/DC Wandler herumlag war das Stromproblem schnell
gelöst.
(5V rein, +-15V raus, dann mit Spannungsreglern runterknüppeln) :


In Sandwich-Bauweise können nun beide Platinen als
Pack zusammengelötet werden :

Aufbau Elektronik / Mechanik:
Die vorher vorbereiteten Teile können nun zusammengelötet
werden zu einer
mechanischen Einheit:

Die Mechanik-Einheit kann dann mit dem "Elektronik-Pack"
zusammengelötet
werden. Kupferkaschiertes Material und eine Schere helfen hier weiter:


Zuletzt brauchen wir noch ein Gehäuse aus Metall. Die Küche
hilft auch hier wieder weiter
mit einer Dose Instant-Tee aus der Schweiz :

Der Haken dient zum späteren Aufhängen der Feldmühle
"über Kopf".

Alles zusammengelötet und schon kanns losgehen !
Abgleich:
Zum Abgleich müssen wir einen großen Kondensator bauen, in
dem wir ein elektrisches
Feld erzeugen, welches die Feldmühle dann messen kann. Dies geht
am einfachsten mit
zwei DIN A4 Pappkartons, Klebestift und Alufolie aus der Küche. In
das untere
Teil unseres Kondensators schneiden wir ein rundes Loch für die
Feldmühle, welche wir
mit elektrisch leitfähigem Klebeband am Gehäuse anbinden.

Der Plattenabstand sollte überall weitgehend gleich sein und
sauber ausgemessen werden.
Als Isolatoren habe ich 4 leere Flaschen verwendet, der vorherige
Inhalt spielt
nur eine untergeordnete Rolle :-)

An beide Platten muss nun eine bekannte Spannung angelegt werden. Ich
habe aus meinem
Geigerzähler-Vorgänger-Projekt das Hochspannungsnetzteil
entnommen, hiermit konnte
ich dann Spannungen von 50...350V an die Platten anlegen, indem ich die
Betriebsspannung von 1..5V mit einem Netzteil eingestellt habe.

Jetzt kann die Feldmühle abgeglichen werden. Schließt man
beide
Platten kurz, so kann die Ausgangsspannung auf 0 eingestellt werden. Mit
dem zweiten Poti läßt sich die Ausgangsspannung bei
bekanntem Feld einregeln.

Hier noch mein Protokoll vom Abgleich als PDF:
FM_Messung.pdf
Schön auch zu beobachten wie die Lichtschranke (Rechteck-Signal)
und unser Ausgangs-Signal
des OPs zusammenspielen. Ziel ist, das bei anliegendem Feld der
Nulldurchgang des Sinus genau
zum Flankenwechsel des Rechtecks passt. Falls nicht, stimmen
Rotor-Stellung / Unterbrecher
/ Lichtschranke nicht. An dieser Stelle sei auch wieder auf die
"hcrs" Seite verwiesen.

Messungen:
Wenn ich wieder
mehr Zeit habe, kommen erste Messungen in freier Natur.