1. Funktionsbeschreibung
des Tunermoduls
2. Der Lokale
Oszillator
3. Anschlußbelegung
des Tunermoduls
4. Kurzbeschreibung
des TSA5522
5. Berechnung
von Kanal und Frequenz
6. Ansteuerung
mit I2C
In moderneren Geräten wie Videorecorder, Fernseher und vor allem
Fernsehkarten für den PC findet man immer
häufiger sogenannte Tuner-Module. In diesen Blech-Schachteln steckt
der komplette Empfänger nebst PLL, LO's,
FM-Diskriminatoren u.s.w. Diese Module benötigen nur noch Versorgungsspannungen
von 5V (hier auch 33V) und
die Ansteuerinformationen über den I2C-Bus. Als Ausgangssignale
gibt es dann Video (FBAS), Audio und die
2te ZF, um z.B. einen Stereodekoder anzuschliessen. Soweit die Theorie...
Beispielhaft mußte meine Fernsehkarte dran glauben, eine MiroVideoPCTV.
Darauf ist das Modul von TEMIC mit
der Beschriftung TEMIC Front End 4002 FH5. Lüftet man den Deckel,
so erblickt man auch gleich die 3 wichtigen
IC's (hier ist nur der HF-Teil ohne Audio/Video-Verarbeitung abgebildet
):
Datenblatt :
TEMIC
Front End 4002 FH5
TSA 5522 Philips
1.4GHz I2C controlled Synthesizer
TDA 5736 Philips
5V, VHF, Hyberband und UHF Mixers/Oszillators
TDA 9800 Philips
VIF-PLL Demodulator and FM-PLL Detector
Das Prinzip dürfte damit klar sein. Die PLL schaltet je nach gewünschter
Frequenz einen der drei Oszillatoren
an und mischt das Eingangssignal mit der ca. 38MHz höheren LO-Frequenz.
Damit liegt man nach der Mischung
bei ca. 38MHz. In dieser Gegend findet dann die Auswertung und Teilung
in Bild und Ton-Informationen statt.
Die PLL funktioniert bis 1,4 GHz, die Oszillatoren gehen aber nur bis
max. 900 MHz. Schaut man über das
Datenblatt des TSA5522, so sieht man, das die LO-Frequenz zuerst auf
einen :8-Teiler gelangt und dann
über einen einstellbaren 15-Bit Teiler auf den Freq./Phasen-Vergleicher
weitergereicht wird:
Damit hätten wir an den Pins 2 und 3 die gewünschten Signale.
Über einen kleinen HF-tauglichen Koppel-C
kann nun das Signal auf einen Frequenz-Zähler mit 50Ohm gegeben
werden.
Die Leistung an diesem Punkt liegt im Bereich -28...-20dBm (<10uW).
Geht man nun die Kanäle mit der Software durch, so kann man folgende LO-Frequenzen messen:
Kanal-Nummer: Frequenz:
Abstimm-Spg.:
===========================================
Kanal 69
886,125 MHz 26,4 V
...
Kanal 21
510,125 MHz 15,3 V
-------------------------------------------
Kanal S41
502,125 MHz 30,3 V
...
Kanal S11
270,125 MHz 17,8 V
-------------------------------------------
Kanal E12
263,125 MHz 17,6 V
...
Kanal E5
214,125 MHz 15,9 V
-------------------------------------------
Kanal S10
144,125 MHz 15,7 V
...
Kanal S1
107,125 MHz 20,8 V
-------------------------------------------
Kanal s3
122,125 MHz 18,5 V
...
Kanal s2
108,125 MHz 17,1 V
-------------------------------------------
Kanal E4
101,125 MHz 16,3 V
...
Kanal E2
87,125 MHz 14,9 V
Rechenbeispiel: Sonderkanal S11 liegt mit
seinem Bildträger auf 231,25 MHz. Die PLL mischt dazu eine
Frequenz von 270,125 MHz:
ZF = LO - RX = 231,25 MHz - 270,125 MHz = 38,875 MHz
Damit findet die weitere Verarbeitung des Bildträgers auf ca. 38,875
MHz statt. Woher kommt nun die
Abweichung zwischen 38,875MHz (Ist) und 38,9MHz (Soll) ? Durch die
Schrittweite der PLL von
62,5kHz wird LO mit 270,125MHz erzeugt, ZF liegt damit auch leicht
daneben.
Die üblichen ZF-Frequenzen von Tunern im PAL B/G-Betrieb betragen
38,9
MHz für das Bild und 33,4 MHz
für Tonträger 1 sowie 33,158
MHz für Tonträger 2.
3. Anschlußbelegung des Tunermoduls:
Pin: Bedeutung:
1 Audio-Out
2 +5V
3 Video-Out
4 2nd IF
5 n.c.
6 AdressSelection
for I2C-Bus -> GND
7 SDA vom I2C-Bus
8 SCL vom I2C-Bus
9 +5V (max 200mA)
10 +33V (max 1.7mA)
Gehäuse-Pins (4Stück) GND
4. Kurzbeschreibung des TSA 5522:
Die Bilder der Kurzbeschreibung wurden dem Datenblatt der Firma Philips entnommen.
Pinbelegung:

5. Berechnung von Kanal und Frequenz:
Einstellen einer bestimmten Empfangsfrequenz:
gewünscht : RX, die
Frequenz des Bildträgers bei 855,25 MHz
Ausrechnen der benötigten LO-Frequenz: LO
= RX + 38,9MHz = 855,25 MHz + 38,9 MHz
= 894,15 MHz
Berechnen des Teilerfaktors: Divider
= LO [MHz]*16 = 894,15 * 16
= 14306
Aufsplitten in 2 Faktoren: DB1
= Abrunden (14306/256) =55 ; DB2
= Divider - (DB1*256) =226
(Durch das Raster von 62,5kHz liegt die Frequenz des LO tatsächlich
bei 14306*8*7.8125kHz = 894,125MHz)
Bandselektion (Grenzen aus dem Datenblatt des Tuner-Moduls!):
A : VHF Low
48,25 MHz ... 140,25 MHz P2=0,
P1=1, P0=0
B : VHF High
147,25 MHz ... 463,25 MHz P2=1,
P1=0, P0=0
C : UHF
471,25 MHz ... 855,25 MHz P2=0,
P1=0, P0=1
Die Umschaltung zwischen A/B/C sollte bei 144 MHz und 467 MHz erfolgen.
Hier eine Liste mit den Frequenzen, den Kanalnamen
und den zugehörigen Teilerfaktoren zum runterladen:
(Beispielhaft hier einmal das Kabelnetz vom Raum
Ludwigsburg:
Download:
Das Ansteuerformat per I2C:

Zur Ansteuerung müssen 5 Bytes per I2C übertragen werden:
MSB
LSB
Byte 1 : 1 1 0 0 0 0
0 0
Byte 2 : Divider Byte 1 (DB1)
Byte 3 : Divider Byte 2 (DB2)
Byte 4 : 1 CP 0
0 1 1 1 0
Byte 5 : 0 0 0 0 0 P2
P1 P0
CP auf 1 für schnelles Tuning
(250uA Chargepump-Strom).
P2..P0 ergeben sich durch die Bandselektion:
P2 P1 P0 (Grenzen
aus Datenblatt des Tuner-Moduls)
0 1 0 A
: VHF Low 48,25 MHz ... 140,25 MHz
1 0 0 B
: VHF High 147,25 MHz ... 463,25 MHz
0 0 1 C
: UHF 471,25 MHz ... 855,25 MHz
Rücklesen von Statusinformationen per I2C:

Es können 2 Bytes zur Diagnose zurückgelesen werden:
MSB
LSB
Byte 1 : 1 1 0 0 0 0
0 1
Byte 2 : PO FL X X
X A2 A1 A0
PO=1, wenn das Modul noch im Power-On
Reset
FL=1, wenn die PLL eingerastet hat
Über die Bits A2..A0 kann die
AFC-Spannung zurückgelesen werden.
Wenn die Abstimmung korrekt ist, sind A2=0,A1=1,A0=0
Assembler-Source und HEX-File :
tvtuner.zip
Hier nochmal der Prinzipschaltplan: